Frank Feitler, ehemaliger Direktor und Intendant des Theaters der Stadt Luxemburg, äußert sich zum Thema Meinungsfreiheit im Theater.
Schüler 2Be: Wie wichtig ist Ihnen die Meinungsfreiheit im Theater?
Frank Feitler: Ganz wichtig. Im Theater kann man seine Meinung am besten vermitteln und ausleben, auch im Falle einer Zensur finden sich viele Möglichkeiten um sich auszudrücken, zum Beispiel durch die Satire.
Schüler 2Be: Gab es in den vergangenen Jahren hier In Luxembourg Fälle, in denen ein Theaterstück verändert oder nicht gespielt wurde, weil es zu provokativ, politisch inkorrekt oder verletzend war?
Frank Feitler: Nein, nicht dass ich wüsste. Es gab einen Fall, indem eine Tänzerin nackt über die Bühne laufen sollte, wozu sie aber nicht gezwungen wurde. Diese Szene wurde dann aber im nachhinein weggelassen. Ich bin der Meinung, dass ein Direktor eines Theater nicht in den Inhalt, sondern nur in die Form eines Theaterstücks eingreifen soll. hier bei uns gab es noch keinen Fall, in dem ein Politiker in ein Theaterstück eingegriffen hat.
Schüler 2Be: Wie weit haben Sie die Meinungsfreiheit im Theater unterstützt, auf die Stücke bezogen, die gezeigt wurden?
Frank Feitler: Ich unterstütze die Meinungsfreiheit vor allem im Theater. Man kann ein Theaterstück im- mer ändern, indem man als Direktor dem Regisseur oder Choreograf verschiedene Vorschläge macht. Er entscheidet dann, ob er sie annimmt oder nicht. Aber in meiner Laufbahn als Direktor habe ich nie ein Stück zensiert, denn der Regisseur trägt die Verantwortung dafür, wie er sein Stück dem Publikum zeigt.